Während im Stadion Konfetti fällt und Kapitäne Pokale in den Nachthimmel recken, beginnt ihre Geschichte an einem Ort, den kaum jemand kennt: in der Bremer Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld. Hier, zwischen Werkbänken, Hämmern und Metallöfen, entstehen jene Objekte, die den größten Momenten des Fußballs ihre physische Form geben – die Meisterschale, der DFB-Pokals und internationale Trophäen. Seit 1829 steht die Manufaktur für handwerkliche Präzision und eine Kontinuität, die im modernen Profifußball fast anachronistisch wirkt.
„Die Macher der Pokale“ erzählt von den Menschen hinter diesen Symbolen: Silberschmiedinnen und Silberschmiede, die Emotionen in Metall übersetzen – und von einer Werkstatt, in der Triumph nicht pompös gefeiert, sondern in präziser Konzentration gefertigt wird.
Vom Rohling zur Trophäe: Repliken des DFB-Pokals in unterschiedlichen Produktionsphasen. Gefertigt wird in Bremen in Handarbeit – aus Metall, veredelt und angelehnt an das Original aus vergoldetem Silber mit Edelsteinen.
Unter offener Flamme wird der Rohling erhitzt: Das Metall wird formbar gemacht, Spannungen lösen sich – ein zentraler Schritt auf dem Weg zur späteren Trophäe.
Roland Thölken führt die Geschäfte der Manufaktur und verbindet kaufmännisches Denken mit dem Erhalt eines traditionsreichen Handwerks. In Bremen verwurzelt, versteht er die Trophäen nicht nur als Produkte, sondern als emotionale Objekte: „An Sportpokalen hängen so viele Emotionen – genau das macht unsere Arbeit besonders.“
Aus goldfarbenem Metall ausgestanzt: Schriftzüge wie „Deutscher Fußballmeister“ und die charakteristischen Figuren des DFB-Pokals entstehen hier als einzelne Elemente, bevor sie später zu ikonischen Trophäen zusammengesetzt werden.
Elf Freunde aus Metall: Die Figuren des DFB-Pokals entstehen im Stanzprozess – Reihe für Reihe, bereit für ihren Platz auf der Trophäe.
In der Werkstatt von Koch & Bergfeld werden die Pokale in enger Zusammenarbeit von Silberschmieden und Metallbauern gefertigt – viele Arbeitsschritte erfolgen an gemeinsamen Werkbänken.
Feinarbeit am Detail: Die charakteristischen Steine des DFB-Pokals werden einzeln eingesetzt – ein präziser Schritt, der der Trophäe ihr unverwechselbares Aussehen verleiht.
Was in der Werkstatt entsteht, entscheidet später über Ekstase und Enttäuschung im Stadion: der fertige DFB-Pokal, bereit für seine Geschichte.
Auch die Meistertrophäe der Deutschen Fußballliga wird in Bremen gefertigt. Die Meisterschale wächst weiter: Seit 1903 wurde sie mehrfach erweitert, zuletzt 2009 um fünf große Gravurplatten. Koch & Bergfeld fertigte nun aktuell einen weiteren neuen, größeren Außenring, der Platz für rund 30 weitere Deutsche Meister bietet.
Die fertige Meisterschale wiegt nun über elf Kilogramm und misst 56 Zentimeter im Durchmesser.
Auch beim Champions-League-Pokal ist Koch & Bergfeld involviert – in der Fertigung und bei Repliken jener Trophäe, deren Ursprung im Design des Schweizer Silberschmieds Jürg Stadelmann liegt und die seit Jahrzehnten die europäische Fußballgeschichte prägt.
Geschäftsführer Roland Thölken ist dabei regelmäßig nah am Produktionsprozess und an der Materialbearbeitung beteiligt.
Ein Blick in das Innere des eDFB-Pokals: Neben den offiziellen Pokalen für den realen Wettbewerb fertigt die Manufaktur auch Trophäen für den Einsatz im Fußball-EGaming.
Roland Thölken hält einen Rohling des DFB-Pokals in den Händen. Noch ohne Glanz, ohne Gravuren – aber bereits mit dem Versprechen dessen, was er einmal sein wird.